Was Touristen vor ihrem Urlaub an der Copacabana wissen sollten

Reise-Knigge Brasilien

Ein gelungener Urlaub in einem fremden Land beginnt mit einer gründlichen Vorbereitung. Dazu gehört auch, sich über die Sitten und Gebräuche der jeweiligen Region zu informieren. Ein Grundwissen über die Benimmregeln vor Ort hilft, unangenehme Situationen zu vermeiden. Und es erleichtert den Zugang zur Kultur des Landes. Brasilien steht für Samba, Caipirinha und Copacabana. Doch bei aller Lebensfreude legen die Menschen am Zuckerhut viel Wert auf gute Umgangsformen. Mit den Knigge-Tipps von Birgit Dreyer, Reiseexpertin der ERV (Europäische Reiseversicherung), geht im Brasilienurlaub bestimmt nichts schief.

BENIMMREGELN GELTEN AUCH FÜR DEN STRAND

Kaum ein Urlaubsland bietet Reisenden eine derartige Vielfalt an bunten Eindrücken wie Brasilien. Von schneeweißen Stränden über die Wildnis der Regenwälder bis hin zu den Metropolen, in denen Tanz und Musik den Takt des Lebens bestimmen – es fällt leicht, dem Charme des südamerikanischen Landes zu verfallen. „Die Brasilianer wirken zwar sehr entspannt und zwanglos. Trotzdem sollten Reisende unbedingt ein paar Benimmregeln kennen, wenn sie ihre Gastgeber nicht versehentlich vor den Kopf stoßen wollen“, sagt Birgit Dreyer, Reiseexpertin der ERV. Was viele zum Beispiel angesichts der extrem knappen Badekleidung am Stand wundert: Sonnenbaden ohne Bikinioberteil ist tabu. Auch sollten sich Urlauber nicht am Strand umziehen. Denn zu viel Nacktheit gilt als Erregung öffentlichen Ärgernisses. Gut zu wissen: „Brasilianer legen viel Wert auf ihre Garderobe. Badehose und Bikini sind wichtige Kleidungsstücke. Urlauber sind also gut beraten, wenn sie nicht in ausgeleierten Shorts auftauchen, sondern auch am Strand auf ihr Äußeres achten.“ Generell gilt: Männer sollten sich gepflegt kleiden, etwa mit einem gebügelten Freizeithemd. Frauen können gerne kurze Röcke und ein ausgeschnittenes Dekolleté tragen. Doch aus der häufig körperbetonten Bekleidung der Brasilianerinnen sollten Männer keine falschen Rückschlüsse ziehen.

BRASILIANER SUCHEN IM GESPRÄCH OFT KÖRPERKONTAKT

Das soziale Miteinander spielt in Brasilien eine äußerst wichtige Rolle. Bei der Begrüßung liegen Urlauber mit einem Händeschütteln grundsätzlich richtig – gerne ausgiebig und mit festem Druck. Frauen und gute Bekannte küssen einander zwei oder drei Mal auf die Wangen, unter Freunden sind Umarmungen üblich. „Wer Zweifel hat, ob oder wie viele Küsse angebracht sind, sollte abwarten, wie die Einheimischen ihm begegnen“, rät Birgit Dreyer. Während eines Gesprächs suchen Brasilianer oft und gerne Körperkontakt. Der persönliche Abstand ist sehr viel geringer als in Europa. „Wichtig ist, nicht zurückzuweichen“, betont die Expertin. „Das würden die meisten Brasilianer als Affront empfinden.“

BLOSS NIE PÜNKTLICH ZU EINEM ABENDESSEN KOMMEN

Die Brasilianer sprechen häufig und schnell Einladungen aus. Allerdings haben die Menschen ein sehr lockeres Verhältnis zum Thema Pünktlichkeit. Das bedeutet: Wer auf die Minute genau zum Abendessen erscheint, bringt seinen Gastgeber in eine unangenehme Situation. „Auf der sicheren Seite sind Gäste, die zum Dinner 30 Minuten und zu einer Party ein bis zwei Stunden zu spät kommen“, weiß Birgit Dreyer. Als Gastgeschenke eignen sich Pralinen oder Blumen – aber keine dunkelroten! Das ist eine Trauerfarbe. Sich bei Tisch die Nase zu putzen oder Zahnstocher zu verwenden, ist verpönt. Wichtig: Wer sich betrinkt, fällt unangenehm auf, egal ob beim Essen zu Hause oder im Restaurant. Zwar bestellen Brasilianer auch zum Mittagessen gerne einen Caipirinha – aber mehr nicht. Zudem dürfen sich Urlauber nicht darüber wundern, wenn auf dem Tisch die Gabel rechts und das Messer links liegen. Das ist in Brasilien so üblich, erklärt die ERV Expertin: „Zunächst schneiden die Einheimischen das Essen, dann legen sie das Messer beiseite und essen mit der Gabel.“

WER KRITIK ÄUSSERT, GILT SCHNELL ALS UNHÖFLICH

Urlauber sollten in jedem Fall darauf achten, niemanden vor Dritten zu kritisieren. Das werten Brasilianer als schwere Demütigung. Auch Flüstern gilt als unhöflich – einander zu unterbrechen dagegen nicht. Meist reden in Brasilien ohnehin alle durcheinander. Gute Themen für Smalltalk sind Sport, das Land und der Karneval. „Auch hier gilt, dass sich Urlauber mit negativen Bemerkungen unbedingt zurückhalten sollten“, warnt die Reiseexpertin der ERV. „Die Gefährdung des Regenwaldes oder die zunehmende Kriminalität eignen sich nicht für ein lockeres Gespräch.“ Zwar schimpfen viele Brasilianer ausgiebig über die Probleme in ihrem Land. Zugleich sind die meisten aber sehr patriotisch. Europäer, die sich negativ über die Zustände vor Ort äußern, empfinden die Einheimischen als überheblich und arrogant. Auch Religion und Tradition haben einen sehr hohen Stellenwert. Kritische Anmerkungen zu diesen Themen können das Gesprächsklima daher schnell vergiften. Respekt wird auch beim Betreten einer Kirche erwartet: Wer lange Hosen und lange Ärmel trägt, liegt grundsätzlich richtig.
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